Internationaler Fonds für Landwirtschaftliche Entwicklung - IFAD
Deutschland und der IFAD
Der IFAD ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Armut in ländlichen Gebieten. Dort leben etwa 75 Prozent aller Menschen, die mit umgerechnet weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen müssen. Diese „absolut“ Armen, in der Mehrzahl Frauen - oft auch Angehörige ethnischer Minderheiten -, sind die Hauptzielgruppe des IFAD. Der Fonds nahm seine Tätigkeit 1977 auf und hat 165 Mitgliedstaaten.
Deutschland leistete seit der IFAD-Gründung einen finanziellen Beitrag von insgesamt 294 Mio. US$. Somit ist Deutschland der viertgrößte Kapitalgeber und mit etwa 40 Mio. US$ an der siebten Wiederauffüllung des Fonds (2007-2009) beteiligt.
Zweck des Fonds ist es, Mittel zu vergünstigten Konditionen oder als Zuschüsse für die landwirtschaftliche Entwicklung, Armuts- und Hungerbekämpfung in Entwicklungsländern bereitzustellen.
Seit seiner Gründung 1977 wurden von IFAD 738 Projekte in 115 Ländern mit einem Gesamtvolumen von 9,6 Milliarden US$ finanziert. Im April 2007 enthielt IFADs Portfolio 195 laufende Projekte. Typische IFAD-Projekte sind Kleinkreditprogramme, Vermarktungseinrichtungen oder der Aufbau von Beratungsdiensten.
Die Kontrollorgane des IFAD sind der Gouverneursrat, zu dem jeder Mitgliedstaat einen Gouverneur und einen Stellvertreter ernennt, und der Exekutivrat. Letzterer wird vom Gouverneursrat gewählt und besteht z. Zt. aus 18 Exekutivdirektoren, darunter auch einer aus Deutschland, und 18 Stellvertretern. Der deutsche Stimmrechtsanteil beträgt 4,09%.
Gegenwärtig beschäftigt IFAD acht deutsche Mitarbeiter in seiner „Professional Staff“, zudem sind drei APO-Stellen (APO= „Associate Professional Officer“, junge Nachwuchskräfte, die als beigeordnete Sachverständige von den Entsendeländern für zwei Jahre bei internationalen Organisationen finanziert werden) mit Deutschen besetzt.