UN IY 2017: Internationales Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung

Bild vergrößern New York, 2017 - Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im November 2015 das Jahr 2017 zum „International Year of Sustainable Tourism for Development" erklärt. In der Entscheidung nehmen die Vereinten Nationen Bezug auf den Rio+20-Gipfel.

Im Abschlussdokument „Die Zukunft, die wir wollen“, konstatieren die Vereinten Nationen, dass

  • „ein gut konzipierter und gesteuerter Tourismus einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in ihren drei Dimensionen leisten kann, in engem Zusammenhang mit anderen Sektoren steht und menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen und Handelschancen erzeugen kann.”

Ferner wurde im September 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit den konkreten Zielen für nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development Goals“ – SDGs) verabschiedet, die ebenfalls auf einen „nachhaltigen Tourismus“ Bezug nehmen.

Begründet wird die Ausweisung des Jahres unter anderem mit der Bedeutung des Tourismus für die Völkerverständigung und die Wertschätzung anderer Kulturen.

  • Außerdem gelte nachhaltiger Tourismus als Instrument zur Abschaffung der Armut, zum Schutz der Umwelt, zur Verbesserung der Lebensqualität und zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen und Jugendlichen.

Hintergrundinformationen

Woher kommt der Begriff der Nachhaltigkeit?

  • "Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!" 

So formulierte Hans-Karl von Carlowitz 1713 als erster das Prinzip der Nachhaltigkeit in seinem Buch über die Ökonomie der Waldkultur "Silvicultura oeconomica".

  • Kennzeichnung der Nachhaltigkeit ist ein langfristig orientiertes Denken und Handeln mit dem Ziel, ein Fließgleichgewicht der natürlichen Ressourcen zu erreichen.

Deutsche Entwicklungspolitik im Bereich Tourismus

Tourismus bietet den Entwicklungsländern große Chancen, Infrastruktur aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen, lokale Wirtschaftskreisläufe zu fördern, Naturschätze zu bewahren und so auch die Armut der Bevölkerung zu reduzieren.

Andererseits birgt die touristische Entwicklung auch große Risiken; sie kann Gesellschaft, Kultur und Natur eines Landes schwer schädigen.

  • Nachhaltigkeit und Verantwortung sind daher die Leitmotive der deutschen Entwicklungspolitik im Bereich Tourismus. 

Eine nachhaltige Entwicklung bringt wirtschaftliches Wachstum mit ökologischer Tragfähigkeit in Einklang. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig ausgelegt und versteht sich als ethisch und sozial gerecht und kulturell respektvoll.

  • Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zielt darauf ab, die Chancen des Tourismus zu nutzen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. 

Auch trägt sie dazu bei, einen Ausgleich zwischen öffentlichen und privaten Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu schaffen. Denn ohne das Engagement des Privatsektors und der Zivilgesellschaft ist kein nachhaltiger Tourismus möglich.

2017 - Internationales Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung