10. Gipfeltreffen des Global Forum On Migration and Development (GFMD) in Berlin

Berlin, 28. - 30.06.17 - Deutschland hat am 1. Januar 2017 gemeinsam mit Marokko den Ko-Vorsitz des Globalen Forums für Migration und Entwicklung (Global Forum on Migration and Development – GFMD) übernommen.

  • GFMD 10 steht im Jahr 2017 unter dem Motto "Auf dem Weg zu einem globalen Gesellschaftsvertrag für Migration und Entwicklung". 

Das zehnte Gipfeltreffen des GFMD als internationale Diskussionsplattform für Migration und Entwicklung wird dieses Jahr im Juni in Berlin auf Ministerebene abgehalten.

Dabei soll insbesondere der Interessenausgleich im Rahmen regulärer und geordneter Migration zwischen Migranten und ihren Herkunfts-, Transit- und Zielländern behandelt werden.

Die GFMD-Arbeit 2017 wird zum Global Compact on Migration der Vereinten Nationen beitragen, der ein starkes Signal der internationalen Gemeinschaft für eine verbesserte weltweite Migrationspolitik geben und 2018 von der Staatengemeinschaft verabschiedet werden soll.

  • Erstmals seit Entstehung des GFMD im Jahr 2007 leitet ein Ko-Vorsitz zweier Staaten das Forum.

Deutschland und Marokko stellen in Zeiten, in denen migrationspolitische Themen in großen Teilen der Welt auf der politischen Agenda stehen, durch ihre beispielhafte Zusammenarbeit die positiven Aspekte und die Voraussetzungen geordneter, sicherer und regulärer Migration heraus.

  • Die symbolische Überbrückung des Mittelmeerraumes und die enge Verbindung zwischen Europa und Afrika senden ein starkes Signal für die Weiterentwicklung globaler Migrationsziele.

Die Bundesregierung hat Götz Schmidt-Bremme zum Botschafter Deutschlands für den GFMD Ko-Vorsitz 2017-2018 ernannt.

Hintergrundinformation

Das GFMD findet jedes Jahr unter dem Vorsitz eines anderen Staates statt und besteht aus zwei Teilen: den Tagen der Zivilgesellschaft und dem Treffen der RegierungsvertreterInnen. Es wurde nach dem ersten Dialog auf Hoher Ebene über internationale Migration und Entwicklung bei der Vollversammlung der UNO in New York (2006) ins Leben gerufen. Die Türkei hat den Vorsitz 2015 von Schweden übernommen, während das nächste GFMD 2016 von Bangladesch organisiert werden wird.

  • Die Grundidee ist, Migration als globales Phänomen durch die internationale Zusammenarbeit unter den Ländern politisch zu gestalten, damit ihre positiven Seiten gefördert und die negativen überwunden werden.

Deswegen wird ein informeller Austausch zwischen den VertreterInnen vieler Staaten und denjenigen der Zivilgesellschaft geführt.

  • Man zielt vor allem darauf, den grossen Beitrag der MigrantInnen zur Entwicklung der Herkunfts-, Transit und Zielländer anzuerkennen und zu unterstützen.

Damit dieses Ziel erreicht wird, sollte Migration jedoch kein Zwang, sondern eine freiwillige Entscheidung sein und ohne Verletzungen der Menschenrechte geschehen.

Schon im 19. Jahrhundert erachtete der Bischof G.B. Scalabrini diese Prinzipien als grundlegend und unterstrich:

  • "Die Freiheit auszuwandern, aber kein Zwang dazu, denn die freiwillige Emigration ist gut, die erzwungene fügt Schaden zu."

Im September 2015 hatte die UNO-Vollversammlung die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet, die ab 2016 der global geltende Rahmen für nationale und internationale Bemühungen im Bereich nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung sein wird.

Die Agenda beinhaltet 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) und 169 Unterziele zu Themen wie Überwindung von extremer Armut und Hunger, Bildung, Gesundheit, Geschlechtergleichstellung, Wasser, Energie, Wirtschaft und Arbeit, Biodiversität und Ökosysteme sowie friedliche und inklusive Gesellschaften.

  • In der neuen Agenda wird auch die Migration in fünf Zielen und mehreren Unterzielen ausdrücklich erwähnt.


Global Forum On Migration & Development (engl.)

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06/2017: 10. Gipfeltreffen des GFMD in Berlin

Global Forum on Migration and Development (GFMD)

Das GFMD ist gegründet worden als informeller, unverbindlicher, freiwilliger und von Staaten geführter Prozess auf globaler Ebene außerhalb des UN-Systems. In der Regel findet jährlich ein Gipfeltreffen der Regierungsvertretern statt, das von wechselnden Gastgeberländern ausgerichtet wird.