Humanitäre Hilfe - Was tut das Auswärtige Amt?

Innerhalb der Bundesregierung ist das Auswärtige Amt für die humanitäre Hilfe zuständig. Sein Krisenreaktionszentrum in der Berliner Zentrale ist rund um die Uhr erreichbar und kann Hilfsmaßnahmen innerhalb von Stunden auf den Weg bringen.

Sein Netzwerk der Auslandsvertretungen spielt eine entscheidende Rolle für die Frühwarnung und den Kontakt mit Betroffenen und Hilfsorganisationen vor Ort.

Seit dem 1. März 2016 ist Bärbel Kofler die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe. Sie ist zentrale Ansprechpartnerin im Auswärtigen Amt in Fragen der humanitären Hilfe und hält Kontakt zu den relevanten Partnerinstitutionen in diesem Bereich.

Humanitäre Hilfe wird häufig in einem schwierigen politischen Umfeld mit schlechter Sicherheitslage geleistet, noch dazu meist unter hohem Zeitdruck. Daher ist es wichtig, dass sich die Arbeit an bestimmten Grundsätzen und Gestaltungsprinzipien orientiert:

  • Der Grundsatz der Menschlichkeit gebietet, menschliches Leid wo immer möglich zu lindern und dabei den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
  • Der Grundsatz der Neutralität verbietet es, in Konfliktsituationen bestimmte Seiten zu bevorzugen. Die Wahrnehmung von Hilfsorganisationen vor Ort als neutral ist entscheidend für die Sicherheit der Hilfeleistenden.
  • Der Grundsatz der Unparteilichkeit besagt, dass sich die Hilfe allein nach der Bedürftigkeit richtet.  Sie darf nicht zwischen Bevölkerungsgruppen oder etwa aufgrund von Alter, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit diskriminieren.
  • Der Grundsatz der Unabhängigkeit zieht eine Trennlinie zwischen humanitären Zielen einerseits und politischen, militärischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Zielen andererseits. Der einzige legitime Zweck der humanitären Hilfe ist es, Leiden zu lindern.
  • Humanitäre Hilfe wird bedarfsorientiert geleistet. Das bedeutet, dass Hilfsempfänger nach objektiv nachvollziehbaren Kriterien ausgewählt werden. Zur besseren Bedarfsermittlung kooperiert das Auswärtige Amt mit den Vereinten Nationen und Partnern vor Ort.
  • Nach dem Subsidiaritätsprinzip trägt die Regierung des betroffenen Staates die Hauptverantwortung für den Schutz ihrer Bevölkerung. Internationale Hilfe greift erst dann ein, wenn die Regierung dieser Aufgabe nicht mehr ausreichend nachkommen kann oder will.
  • Nach dem Prinzip der Schadensvermeidung ("do no harm") sollen negative Auswirkungen der humanitären Hilfe – beispielsweise auf die Umwelt oder die Gleichstellung – vermieden werden. Auch Schutzmaßnahmen etwa vor sexueller Gewalt oder Menschenhandel sind zentraler Bestandteil der Hilfe.


Grundlagen der Humanitären Hilfe

Grundlagen Humanitäre Hilfe