Die „Römischen Verträge“ sind die Geburtsstunde der Europäischen Union

Bild vergrößern Rom, 25.03.17 - Im März 2017 feiert die Europäische Union einen wichtigen Geburtstag. Vor 60 Jahren waren die Römischen Verträge, die zur Gründung der Europäischen Wirtschafts- und Atomgemeinschaft geführt haben, unterzeichnet worden. Die Römischen Verträge doch als der eigentliche Start der heutigen Europäischen Union.

Schon im Oktober 2016 hatte die Europäische Kommission ihr Arbeitsprogramm für das Jahr 2017 beschlossen.

  • Es konzentriert sich auf die 10 politischen Prioritäten der Juncker-Kommission und enthält 21 Schlüsselinitiativen, die die Kommission im kommenden Jahr anstoßen wird. 

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte: „Wir konzentrieren uns auf die wichtigen Dinge, auf konkrete Maßnahmen, die das Leben der Menschen verbessern. Im Vorfeld des 60jährigen Jubiläums der Römischen Verträge im kommenden März sollten wir uns auf eine positive Tagesordnung verständigen. In den kommenden Wochen werde ich – zusammen mit dem Europäischen Parlament und dem Rat – eine Reihe politisch besonders bedeutsamer Initiativen auswählen, die im Gesetzgebungsprozess in den kommenden Monaten Vorfahrt haben sollen. So sieht ein Europa aus, das hält, was es verspricht."

Hintergrundinformation

Im Jahr 1957 haben im Senatorenpalast auf dem Kapitolshügel die Regierungen von Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, Frankreich und Italien zwei Verträge unterzeichnet:

  • den Vertrag zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und 
  • den Vertrag für die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM).

Für die Gründung Europas war es sehr wichtig, dass zusammen mit den Veträgen auch einheitliche Strukturen vereinbart wurden.

Gemeinsam mit dem Vertrag für die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), der schon seit 1951 bestand, wurden als übergeordnete Organe eingerichtet: 

  • die Parlamentarische Versammlung
  • der Europäische Gerichtshof und
  • der gemeinsame Wirtschafts- und Sozialausschuss.

Einige Jahre später hat sich die Parlamentarische Versammlung selber den Namen Europäisches Parlament gegeben.

Nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft waren die Römischen Verträge eine Wiederbelebung der europäischen Idee.

  • Vorangetrieben wurden die Verträge vor allen Dingen von Jean Monnet, Gaetano Martino und Paul-Henri Spaak.

Jean Monnet ist einer der Gründerväter Europas und wurde vor allen Dingen bekannt als der Architekt für den Zusammenschlß der europäischen Schwerindustrie (Kohle, Stahl, …).

Gaetano Martino war die treibende Kaft für die Konferenz von Messina im Jahr 1955, die einen wichtigen Impuls für die Integration Europas gab. Nur 2 Jahre nach dieser Konferenz wurden die Römischen Verträge unterzeichnet.

Paul-Henri Spaak, der in Belgien geboren wurde, war ein weiterer Vertreter der überzeugten Europäer und einer der Gründungsväter Europas. Er wurde vor allen Dingen durch seine geschickte Verhandlungstatik, die Methode Spaak, berühmt.